Synergieskizze

Ziele verstehen und Synergien schaffen. weiter

Visuelles ABC

Verstehen Sie die sechs Dimensionen des Visualisierens. weiter

Erfolgspfade

Kreativität, wenn man sie braucht

Organisationen verwenden dazu die Methode des Brainstormings: Sie setzen sich in der Gruppe zusammen und nennen zügig so viele Ideen wie möglich, ohne diese zu kommentieren oder zu bewerten. Unsere Forschung zeigt, dass diese Form von Brainstorming die zurzeit bekannteste und am meisten genutzte Kreativitätstechnik im Management ist. Sie ist jedoch leider auch eine der schlechtesten Ideengenerierungsmethoden, wie zahlreiche Studien eindrücklich belegen. Warum ist Brainstorming keine geeignete Kreativitätsmethode und was sind kreative Mechanismen, die am Arbeitsplatz funktionieren? Wie kann man diese Mechanismen einfach und systematisch einsetzen? Mit dem Werkzeugkasten zur Erfolgspfad-Methode (in englischer Sprache „Paths to Success", oder abgekürzt P2S) wollen wir diesen Fragen nachgehen.Menschen in Organisationen haben meist nicht den Luxus, auf die geniale Idee für ein anstehendes Problem warten zu können oder einfach auf den passenden Einfall beim Joggen, Kaffee trinken oder Autofahren zu vertrauen. Sie benötigen gute Ideen auf Abruf – während einer Sitzung, bei der Arbeit im Projektteam oder auf dem Weg zum Kunden. Viele

 

Neue Ideen werden als unterschiedliche Wege zum Ziel visualisiert.


Die Methode der Erfolgspfade ist eine einfache und systematische Kreativitätstechnik für Gruppen und Einzelpersonen. Sie nutzt die Vorteile von Visualisierung durch Skizzen und verbindet diese mit bewährten Prinzipien aus der Kreativitätsforschung wie etwa Analogien, alternativen Annahmen oder Neukombinationen.

Der Grundgedanke hinter der Methode ist dabei, dass wir unsere Kreativität steigern können, wenn wir immer wieder neue Impulse oder Blickwinkel zu einer Problemstellung oder einer Zielsetzung bekommen und darauf mit eigenen Ideen reagieren können (P2S steht denn auch für Productivity through Systematic Stimuli). In der Gruppenanwendung beruht die Methode zudem auf dem sogenannten Nominal-Gruppen-Ansatz; das bedeutet, dass Ideen immer zuerst für sich entwickelt werden, bevor Sie dann in der Gruppe besprochen und kombiniert werden. Viele wissenschaftliche Studien (für eine Übersicht vgl. Schulz-Hardt & Brodbeck) weisen nämlich nach, dass dieses Vorgehen zu besseren Ideen führt als beispielsweise ein Gruppenbrainstorming, bei dem man sich oft bei der Ideenentwicklung gegenseitig stört oder zu stark einschränkt respektive vorschnell beeinflusst. Ein weiterer Nachteil von klassischem Brainstorming besteht darin, dass die entwickelten Ideen oft nicht umsetzbar sind, da die Vorgaben zu offen formuliert werden und Restriktionen beziehungsweise Sachzwänge unberücksichtigt bleiben.

Andres als Brainstorming

Im Gegensatz zu Brainstorming wird bei der Erfolgspfad-Methode eine Plenarphase immer durch eine Individualphase abgelöst. Auch werden die entwickelten Ideen grafisch zueinander in Beziehung gesetzt und miteinander kombiniert. Die Methode ist zudem so konzipiert, dass Sie leicht erweitert, reduziert oder für spezifische Kontexte (wie etwa die internetbasierte Ideengenerierung) angepasst werden kann. Der Zeitbedarf für den Einsatz der Methode reicht dabei von ungefähr 15 Minuten für die reduzierte Schnellversion bis zu mehreren Stunden (je nach Diskussionsbedarf). Ein typisches Einsatzszenario für die Methode ist ein Halbtagesworkshop, bei dem ein Moderator die individuellen Ideen (die jeder Teilnehmer auf einem eigenen DIN-A3-Blatt visualisiert) nach jedem Schritt an einem Beamer oder an einer Pinwand zusammenführt und besprechen lässt.

Metapher des Reiseweges

Die Erfolgspfad-Methode basiert, wie der Name andeutet, auf der Metapher des Problemlösens als Reiseweg. Indem eine Reihe von ganz unterschiedlichen Pfaden vom Ist zum Soll gezeichnet werden, sollen neue Lösungsideen schrittweise entstehen. Die visuelle Anordnung der Ideen entlang dieser Pfade soll es zudem ermöglichen, konzentriert und doch spielerisch neue Möglichkeiten zu entwerfen und diese miteinander zu verbinden.

Kurzanleitung

Wann:
Wenn Sie rasch neue Wege finden müssen, ein Problem zu lösen oder ein Ziel zu erreichen.
Warum:
Um neue Ideen, Lösungen oder alternative Optionen (im Team) zu entwickeln.
Wie:

Zeichnen Sie den Status quo im unteren Teil eines Papiers und das Ziel im oberen. Platzieren Sie drei Barrieren zwischen Ist und Soll. Zeichnen Sie verschiedene Wege, um zum Ziel zu gelangen, und notieren Sie darauf Ihre Ideen.

  • Zeichen Sie den Status quo als Kästchen am unteren Ende eines Blattes ein. Zeichnen Sie Ihr Ziel als Kästchen am oberen Ende.
  • Zeichnen Sie einen Pfeil vom Status quo nach unten und überlegen Sie, wie Sie die Situation verschlimmern können.
  • Zeichen Sie einen Pfeil von rechts zum Ziel. Schreiben Sie darunter, wer Ihr Ziel schon in anderen Gebieten erreicht hat und wie.
  • Zeichnen Sie drei Kreise zwischen den Status quo und das Ziel und beschriften Sie diese mit möglichen Barrieren.
  • Zeichnen Sie Pfeile vom Status quo zu den Barrieren und überlegen Sie, wie Sie diese reduzieren oder irrelevant machen können.
Was: Neue Ideen werden als unterschiedliche Wege zum Ziel visualisiert
Wer:
Berater, Strategen, Teamleiter, Moderatoren, Innovationsmanager, Entwickler